Was Sie jetzt über staatliche Hilfen für Familien beim Hausbau wissen müssen
Im Jahr 2025 ist es für viele Familien schwerer denn je, ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen. Die Zinsen sind hoch, die Preise steigen, und das Einkommen reicht oft nicht aus. Doch es gibt Hilfe - und die kommt nicht vom Bankberater, sondern von der Familienkasse. Seit 2023 gibt es kein Baukindergeld mehr. Stattdessen gibt es ein neues Programm, das mehr Geld bringt - aber auch strengere Regeln hat. Wer es richtig nutzt, kann bis zu 240.000 Euro an zinsgünstigem Kredit bekommen. Wer es falsch angeht, verliert alles.
Das alte Baukindergeld ist Geschichte - aber das neue Programm ist stärker
Das Baukindergeld, das von 2018 bis 2020 ausgeschüttet wurde, hat viele Familien unterstützt. Jedes Kind brachte 1.200 Euro pro Jahr, über zehn Jahre - also 12.000 Euro pro Kind. Für eine Familie mit drei Kindern waren das 36.000 Euro, die einfach auf das Konto kamen. Keine Rückzahlung. Keine Verzinsung. Einfach Geld.
Doch seit dem 1. Juni 2023 ist das vorbei. Das neue Programm heißt Wohneigentum für Familien. Es zahlt nicht mehr als Zuschuss, sondern als Kredit. Aber dieser Kredit ist extrem günstig: nur 1 % Zinsen, und das über 20 Jahre. Und der Betrag? Viel höher. Für Familien mit einem oder zwei Kindern: bis zu 165.000 Euro. Bei drei oder vier Kindern: bis zu 215.000 Euro. Und bei fünf oder mehr Kindern: sogar 240.000 Euro.
Das ist kein kleiner Unterschied. Wer früher maximal 48.000 Euro bei vier Kindern bekam, kann heute fast fünfmal so viel leihen. Und das ohne Eigenkapital zu strapazieren.
Was muss Ihre Immobilie können? Die neuen Regeln
Das alte Baukindergeld war einfach: Sie haben ein Haus gekauft, egal ob neu oder alt, und das war’s. Heute ist das anders. Das neue Programm will klimafreundliches Bauen. Deshalb muss Ihr Haus den Standard Effizienzhaus-Stufe 40 erfüllen. Das bedeutet: Es verbraucht nur 40 % des Energiebedarfs eines normalen Neubaus. Und es muss das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude Plus tragen.
Das ist kein Pappenstiel. Es bedeutet: gute Dämmung, moderne Fenster, eine Wärmepumpe statt Gasheizung, und oft auch Solaranlagen auf dem Dach. Wer eine alte Immobilie kaufen will, bekommt jetzt nichts mehr. Das ist der große Unterschied. Das neue Programm fördert nur Neubauten - und nur solche, die die Zukunft schon heute bauen.
Ein Beispiel: Eine Familie in Ravensburg plant, ein Einfamilienhaus zu bauen. Sie hat zwei Kinder. Sie entscheiden sich für eine Holzrahmenbauweise mit Wärmepumpe und Photovoltaik. Sie erreichen den Effizienzhaus-40-Standard. Dann bekommen sie 165.000 Euro Kredit. Ohne Zinsen. Ohne Tilgung im ersten Jahr. Das ist eine echte Chance.
Wie viel Geld verdienen Sie? Die Einkommensgrenzen
Das neue Programm ist nicht für alle da. Es gibt klare Einkommensgrenzen - aber sie sind seit 2024 etwas höher geworden. Für Familien mit einem oder zwei Kindern: maximal 120.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen pro Jahr. Bei drei Kindern: 125.000 Euro. Bei vier Kindern: 130.000 Euro. Und bei fünf oder mehr: 135.000 Euro.
Das ist ein großer Schritt nach vorne. Früher war bei drei Kindern die Grenze bei 120.000 Euro. Jetzt ist sie auf 125.000 Euro angehoben worden - weil viele Familien knapp drüber lagen und abgelehnt wurden. Die Familienkasse hat gelernt.
Was zählt als Einkommen? Das zu versteuernde Einkommen aus dem letzten Steuerbescheid. Also: Gehalt, Nebeneinkünfte, Kapitalerträge - aber nicht Kindergeld oder Wohngeld. Wer 124.000 Euro verdient und drei Kinder hat, ist noch dabei. Wer 126.000 Euro verdient, ist draußen. Kein Spielraum. Kein Pardon.
Der Antragsprozess: Schritt für Schritt
Der Antrag ist nicht schwer - aber er ist komplex. Sie müssen alles richtig machen. Hier ist der Weg:
- Registrieren: Gehen Sie auf die KfW-Website und registrieren Sie sich im Portal für Wohneigentum für Familien.
- Dokumente sammeln: Sie brauchen den Kauf- oder Bauplan, den Grundbuchauszug, die Meldebescheinigung für alle Familienmitglieder, und die Einkommensteuerbescheide der letzten zwei Jahre.
- Den Energieausweis vorlegen: Er muss den Standard Effizienzhaus-Stufe 40 nachweisen. Das macht Ihr Architekt oder Energieberater.
- Antrag stellen: Online, mit allen Unterlagen. Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden - nicht danach.
- Warten: Die Bearbeitung dauert im Durchschnitt 8 bis 12 Wochen. Keine Panik, wenn es länger dauert. Die KfW hat 2024 die Prozesse verbessert, aber die Last ist immer noch hoch.
Was viele vergessen: Der Antrag muss vor dem Baubeginn eingereicht werden. Wer erst baut und dann antritt, bekommt nichts. Das ist ein häufiger Fehler - und er kostet Geld.
Was passiert, wenn Sie die Kriterien nicht erfüllen?
Ein großer Teil der Anträge wird abgelehnt - nicht wegen mangelnder Einkünfte, sondern wegen formaler Fehler. Laut KfW-Statistik 2024 wurden 19 % der Anträge abgelehnt, weil:
- Der Energieausweis nicht korrekt war
- Die Einkommensnachweise nicht vollständig waren
- Der Antrag nach Baubeginn gestellt wurde
- Die Immobilie nicht selbstgenutzt wird
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Familie in Stuttgart hat ein Haus gekauft, um es zu renovieren. Sie dachten, das reicht. Aber das neue Programm fördert nur Neubauten. Kein Renovieren. Kein Umbauen. Kein Kauf einer Bestandsimmobilie. Sie bekamen eine Ablehnung - und 15.000 Euro Eigenkapital verloren.
Wichtig: Sie müssen das Haus auch selbst bewohnen. Eine Vermietung ist ausgeschlossen. Wenn Sie nach zwei Jahren verkaufen, müssen Sie den Kredit zurückzahlen. Das ist eine der strengsten Regeln.
Wie vergleicht sich das mit anderen Förderungen?
Es gibt noch andere Programme - aber sie sind nicht so stark. In Bayern gibt es zusätzlich 300 Euro pro Kind und Jahr, plus eine einmalige Eigenheimzulage von 10.000 Euro. Das ist nett - aber kein Vergleich zu 165.000 Euro Kredit.
Kommunale Förderungen? Die gibt es in einigen Städten, aber meist nur als Zuschuss von 5.000 bis 15.000 Euro. Und oft nur für sehr niedrige Einkommen. Das neue Bundesprogramm ist breiter, größer und klarer.
Was viele nicht wissen: Sie können das Bundesprogramm mit anderen Förderungen kombinieren - zum Beispiel mit dem KfW-Energieeffizient Bauen (Programm 153). Aber nur, wenn die Voraussetzungen passen. Das ist ein Fachthema - fragen Sie einen Energieberater.
Wer profitiert wirklich? Und wer sollte lieber warten?
Dieses Programm ist perfekt für Familien, die:
- ein Haus neu bauen wollen
- mindestens ein Kind haben
- ein Einkommen unter 135.000 Euro haben
- bereit sind, in Energieeffizienz zu investieren
Es ist nicht für Familien, die:
- eine alte Immobilie kaufen wollen
- kein Eigenkapital haben und auf Kredit angewiesen sind
- ihre Einkünfte nicht genau dokumentieren können
- denken, sie können später noch nachträglich alles korrigieren
Die Kritik ist berechtigt: Wer kein Eigenkapital hat, kann nicht bauen - denn die KfW verlangt mindestens 10 % Eigenkapital. Und wer im Mietwohnungsmarkt steckt, bleibt draußen. Das ist politisch umstritten. Aber für diejenigen, die es schaffen, ist es die beste Chance, seit Jahren.
Was kommt als Nächstes? Die Zukunft der Förderung
Das Programm läuft bis Ende 2027. Danach wird evaluiert. Analysten erwarten, dass es verlängert wird - aber mit noch höheren Anforderungen. Vielleicht wird der Effizienzhaus-Standard auf 30 gesenkt. Vielleicht wird das Kreditlimit noch mal erhöht. Und vielleicht wird es auch für Sanierungen geöffnet - aber das ist noch Spekulation.
Was sicher ist: Die Politik will mehr klimafreundliches Eigenheim. Und sie will, dass Familien dabei sind. Wer jetzt baut, profitiert. Wer wartet, riskiert, dass die Tür zu ist.
Wo holen Sie sich Hilfe?
Die KfW bietet eine kostenlose Hotline und Online-Tools an. Die Verbraucherzentrale hat auch Checklisten. Und viele Architekten kennen die Anforderungen genau - fragen Sie einfach.
Ein Tipp: Lassen Sie sich nicht von Banken überreden, einen teuren Kredit abzuschließen, bevor Sie die Förderung haben. Warten Sie. Die KfW hat Vorrang. Und wenn Sie die Förderung bekommen, brauchen Sie weniger Kredit. Und das spart Zinsen - und Geld.
Ludwig Lingg
November 30 2025Endlich! Endlich mal was für echte Deutsche Familien! Nicht dieses ewige Gutmenschentum mit Klimahysterie! Wer heute baut, soll auch was davon haben! Die KfW macht’s richtig, auch wenn die Linken schreien!